Kind und Hund

Es heisst ja immer „Der Hund ist der beste Freund des Kindes“ oder “ Kinder sollen mit Hunden aufwachsen“.

Diesen Aussagen stimme ich voll zu, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Muss sich der Hund an das Kind anpassen? Muss der Hund alles mit sich machen lassen?

Ist der Hund ein Spielzeug für das Kind?

In allen 3 Punkten ein absolutes „NEIN“!!

Der Hund kann ein treuer und liebevoller Gefährte für ein Kind sein,  wenn Regeln eingehalten werden und der Bereich des Hundes akzeptiert wird.

Dazu gehört, dass Kinder von klein auf lernen, die Körpersprache des Hundes zu lesen. Man sollte nicht meinen, dass Kinder zu klein dazu sind, denn sie können oft intuitiv  das, was viele Erwachsenen nicht können. Sie fühlen den Hund!

Kinder müssen lernen, dass ein Tier ebenso wie ein Mensch Schmerzen und Gefühle hat und respektiert werden muss. Der Hund braucht seinen Bereich, in den er sich zurückziehen kann und in Ruhe gelassen wird. Dass man einen Hund weder an den Ohren noch am Schwanz zieht oder anderweitig ärgert, muss den Kindern von Anfang an von den Eltern klar gemacht werden.

Oftmals wird unterschätzt, dass Kinder laut sind, rumtoben, umherrennen und dasss dies für viele Hunde puren Streß bedeutet. Eine Rückzugsmöglichkeit muss für jeden Hund selbstverständlich sein. Kinder müssen lernen, dass der Vierbeiner Ruhe benötigt und genügend Schlaf braucht, in dieser Zeit darf er nicht gestört werden.

Natürlich möchten Kinder mit dem Hund spielen, aber es sollten artgerechte Spiele sein, die das Kind nicht als Beute für den Hund darstellen, sondern eine Beschäftigung ist, die beiden Seiten gerecht wird.

Nicht jeder Hund mag es, von allen Seiten gedrückt und geknuddelt zu werden. Auch dies kann man Kindern verständlich machen.

Es ist Aufgabe der Eltern, ihren Kindern Grenzen aufzuzeigen, dass ein Hund sich nicht alles gefallen lassen muss.

Auch wenn sich idealerweise Kind und Hund gut verstehen, darf man die beiden nie alleine lassen.  Man sollte nie vergessen, dass ein Hund immer ein Raubtier bleiben wird und in vielen Dingen nicht berechenbar ist

Die meisten Beißvorfälle entwickeln sich aus Situationen, die schon lange vorhersehbar waren. Die Hunde haben klar signalisiert, dass sie sich unwohl fühlen, gestresst sind, Angst haben, und es wurde nicht darauf geachtet. Im Gegenteil: Der Hund wurde bestraft, wenn er das Kind angeknurrt hat. Was bitteschön, soll der Hund machen, wenn kein Erwachsener ihn beschützt?

Ich habe in meiner langjährigen Tätigkeit als Verhaltenstherapeutin gelernt, dass wir meistens den Hund vor dem Kind schützen müssen und nicht umgekehrt!

Aber wenn Kinder lernen, wie sie mit einem Vierbeiner umgehen und spielen können, kann sich daraus eine lebenslange und wertvolle Freundschaft entwickeln.26166480_1704356712919413_2932490274971754707_n

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s