Schilddrüse und Verhalten des Hundes

Die Schilddrüsenunterfunktion ist ja mittlerweile ein großes Thema für viele Hundehalter.

Sie wird verantwortlich gemacht für Hyperaktivität, Aggressionsverhalten gegenüber Menschen, Hunden, Ängstlichkeit, Ungehorsam,Ignoranz, Jagdtrieb und noch vieles mehr.

In den sozialen Medien wird der Hundehalter darin bestärkt, dass bei jedem Fehlverhalten die Schilddrüse schuld sei. Dem Herrchen oder Frauchen wird damit suggeriert: Man muss nur regelmäßig dem Vierbeiner Pillchen einwerfen und schon habt Ihr den Traumhund schlechthin.

Diejenigen, die mir schon länger folgen, wissen, dass ich als Verhaltenstherapeutin mit vielen auffälligen Hunden arbeite und für jeden Vierbeiner und das jeweilige Problem die geeignete, auf den jeweiligen Hund zugeschnittene Therapie anbiete.

Ich lasse auch bei vielen Hunden ein Schilddrüsenprofil vom Tierarzt durchführen und wir haben immer wieder, wenn auch wenige, Vierbeiner, die eine SDU haben und auch behandelt werden müssen.

Das funktioniert aber nicht nur durch die Medikation, sondern eine Verhaltenstherapie muss dazu ergänzend durchgeführt werden.

Die Medikamente helfen dem Hund, dass er zugänglich wird für uns Menschen, dass wir „an ihn rankommen“. Aber es ersetzt keine Verhaltenstherapie!

Es ist vom Verhalten her sehr schwierig, eine SDU festzustellen, da die Symptome so extrem vielfältig sind und auch sehr oft auf falschen Umgang mit dem Hund hinweisen.

Beispiele:

Ein Hund, der andere Hunde blöd findet und sich, auch an der Leine, extrem aufführt, sobald ein Artgenosse in weiter Ferne auftaucht, wird auch nach Tabletteneinnahme Artgenossen nicht plötzlich toll finden, denn das Verhalten hat sich konditioniert. Er muss lernen, seinem Besitzer zu vertrauen, Streß selber zu erkennen und braucht eine klare Linie, die es ihm ermöglicht, die Situationen streßfrei zu meistern. Nebenbei an dieser Stelle: Das lernt er NICHT, wenn man ihm einen Artgenossen in 3m Entfernung präsentiert und ihn mit Leinenruck und „Pfui“ zurückreißt!!!

Ein Hund, der alles, was ihm nicht geheuer ist, sehr gruselig findet, wird nicht zum selbstbewußten Vierbeiner, wenn man ihm ausschließlich SD-Medikamente gibt.

Mir liegt ein Umdenken sehr am Herzen, denn bei einem Hund, der eine gesicherte SDU hat, wird nur durch eine Kombination aus Schilddrüsenmedikation UND Verhaltenstherapie der gewünschte Erfolg erzielt werden.

Liebe Grüße und alles Gute für Euch

Eure Irene

Ein Kommentar zu „Schilddrüse und Verhalten des Hundes

  1. Unser Tierarzt hat von Rinderschlund als Kausnack abgeraten da nicht immer zuverlässig die SchiSchilddrüse komplett entfernt ist. Das kann langfristig zur Überfunktion führen

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