Silvesterangst

Cara_MuetzeEs sind nur noch einige Wochen bis zum Jahreswechsel, und bei vielen Hundebesitzern greift die Panik vor dem Geknalle schon um sich.

Viele Vierbeiner reagieren panisch und haben eine Riesenangst vor diesen lauten Geräuschen.

Leider besteht das Problem ja nicht nur am 31. Dezember, sondern an vielen Orten (ob bei uns in München oder anderswo)  wird schon Wochen vorher angefangen, mit Knallern um sich zu werfen.

Man liest viel in schlauen Büchern oder im Internet, wie man sich am besten verhalten soll. Auch zahlreiche „Fachleute“ geben gute Ratschläge (ob die dann wirklich so gut sind, mag dahingestellt sein)

Zitat aus einer Empfehlung: “ Im akuten Stadium sollte der Hundehalter deshalb versuchen, die Aufmerksamkeit des Hundes auf sogenannte Ersatzaufgaben zu lenken oder ihn zum Scherzen motivieren. Verharrt der Hund jedoch in seiner panischen Angst und bleiben die Versuche, ihn zu alternativen Aufgaben zu motivieren, ergebnislos, müssen alle anwesenden Personen das Angstverhalten des Hundes ignorieren und sich ganz neutral verhalten, wenn es auch noch so schwer fällt.“

Bei so einem Blödsinn frage ich mich schon, wie sich das Vertrauensverhältnis nach Silvester entwickelt!

Einen Hund, der Angst hat, werde ich nicht ignorieren, sondern
Ernst nehmen!!!!
Unser gemeinsames Ziel ist es, eine so stabile Vertrauensbasis zwischen Hund und Halter zu schaffen, dass sich der Hund an seinen Halter wendet, wenn er unsicher oder ängstlich ist. Durch Ignoranz zeige ich dem Hund keineswegs, dass die Knallerei nicht schlimm ist, sondern ich signalisiere ihm, dass mir seine Angst egal ist. Wenn dies das Ziel sein sollte, dann ist einiges schief gelaufen.
Dass ich meinen Hund nicht mit „Fein, fein“ lobe, dürfte klar sein. Dass ich ihm aber bei Bedarf Körperkontakt anbiete und ihn auch, wenn er es zulässt, festhalte, ist absolut legitim und auch richtig.

Ein Hund, der richtige Angst verspürt, ist nicht zum Scherzen oder zu Ersatzaufgaben zu motivieren. Er will einfach nur ernstgenommen werden und möchte bei seinem Herrchen/Frauchen Sicherheit und Schutz verspüren.

Unser Vierbeiner soll unser Partner sein. Und unseren Partner nehmen wir ernst, auch wenn er mal ein bißchen neben sich steht

Akzeptiert es bitte, dass Euer Hund Angst hat, nehmt diese ernst.
Wenn er sich an Euch drückt, haltet ihn fest. Ihr könnt versuchen, ihn abzulenken, ansonsten denkt dran: Die Knallerei geht vorbei, aber Ihr seid in diesem Moment für Euren Freund da!
An wen soll er sich wenden, wenn nicht an Euch?

Aber nicht nur das richtige Verhalten daheim ist wichtig, sondern auch beim Gassigehen! Selbst souveräne Hunde können sich erschrecken und plötzlich in Panik abhauen. Deshalb nehmt bitte Eure Vierbeiner sicherheitshalber an die Leine und geht mit ihnen „Hand in Hand“ durch die „Knallzeit“.

In vielen Fällen kann man den Vierbeiner naturheilkundlich unterstützen und ihm in dieser für ihn sehr stressigen Zeit zu mehr Entspannung und Gelassenheit verhelfen.

Wenn Ihr mehr Infos braucht, meldet Euch einfach. Tierheilpraktiker

In diesem Sinne wünsche ich Euch mit Euren „Angstnasen“ ein hoffentlich ruhiges Silvester und wenig Geknalle.

#München #Hunde #Silvester

„Oben ohne“ Fluch oder Segen?

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Ist es ein neuer Trend oder fällt es mir in den letzten Monaten nur verstärkt auf?

Hunde, die immer und überall ohne Leine laufen!!

In der letzten Zeit begegnen mir immer mehr Hundehalter, deren Hund ohne Leine an einer Straße hinter ihnen läuft. Wenn man Glück hat, hat der Vierbeiner zumindest noch ein Halsband dran. Aber meistens geht er eben „oben ohne“.

Ich meine damit nicht die „Tutnixe“, denen wir ständig auf den Feldern oder im Wald begegnen, das ist wieder ein anderes Thema. Ich meine damit Leute, die an einer Straße gehen, diese Straße vielleicht auch überqueren und überhaupt nicht daran interessiert sind, was ihr Hund macht.

Ich frage mich, was will der Hundebesitzer damit signalisieren?

  • Hallo Ihr anderen Verkehrsteilnehmer! Schaut mal her, mein Hund braucht keine Leine!
  • Oder ist es einfach Ignoranz, weil man keine Lust hat, seinen Hund anzuleinen und vielleicht auch noch mit ihm zu kommunizieren?
  • Oder ist es ihnen einfach peinlich, weil ihr Hund wie ein Wahnsinniger an der Leine zieht?
  • Oder haben Sie keine Leine????

Ich werde öfters mitleidig oder auch schadenfroh darauf angesprochen, wenn ich meine Hündin Cara an der Straße anleine. Sätze wie: “ Als Hund einer Hundetrainerin sollte Ihr Hund aber schon folgen“ sind dabei ganz normal.

Dabei ist es ganz einfach und kurz gesagt: Ich leine meinen Hund an, weil es ein Hund ist und bleibt und kein Roboter ist!

Auch wenn ein Hund perfekt gehorcht, es bleibt immer ein Restrisiko übrig. Sei es, dass er durch Geräusche im Straßenverkehr erschrickt und plötzlich auf die Straße läuft, oder dass er auf der anderen Seite ein Eichhörnchen vorbeihuschen sieht usw.

Für jeden Hund sind die Geräusche und Gerüche von Abgasen, Autos usw. ein Streßfaktor. Für den einen mehr, für den anderen weniger. Warum soll ich meinen Hund diese Situationen alleine meistern lassen?

Wir sind ein Team und wir gehen zusammen und zwar an der Leine, Hand in Hand sozusagen.

Man sollte auch an die Menschen denken, denen auf dem Gehweg ein unangeleinter Hund entgegenkommt. Diese Leute wissen nicht, ob der Hund Menschen gewöhnt ist, viele haben Angst vor Hunden, viele wollen auch nicht angeschnüffelt werden o.ä.

Es hat kein Hundebesitzer das Recht, andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen, evtl. dadurch, dass der Autofahrer eine Vollbremsung hinlegen muss, weil der Hund auf die Straße läuft.

Bitte denkt daran, dass Ihr Eurem Hund durch eine Leine im Straßenverkehr Sicherheit gebt und andere Verkehrsteilnehmer danken es Euch.

 

Kind und Hund

Es heisst ja immer „Der Hund ist der beste Freund des Kindes“ oder “ Kinder sollen mit Hunden aufwachsen“.

Diesen Aussagen stimme ich voll zu, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Muss sich der Hund an das Kind anpassen? Muss der Hund alles mit sich machen lassen?

Ist der Hund ein Spielzeug für das Kind?

In allen 3 Punkten ein absolutes „NEIN“!!

Der Hund kann ein treuer und liebevoller Gefährte für ein Kind sein,  wenn Regeln eingehalten werden und der Bereich des Hundes akzeptiert wird.

Dazu gehört, dass Kinder von klein auf lernen, die Körpersprache des Hundes zu lesen. Man sollte nicht meinen, dass Kinder zu klein dazu sind, denn sie können oft intuitiv  das, was viele Erwachsenen nicht können. Sie fühlen den Hund!

Kinder müssen lernen, dass ein Tier ebenso wie ein Mensch Schmerzen und Gefühle hat und respektiert werden muss. Der Hund braucht seinen Bereich, in den er sich zurückziehen kann und in Ruhe gelassen wird. Dass man einen Hund weder an den Ohren noch am Schwanz zieht oder anderweitig ärgert, muss den Kindern von Anfang an von den Eltern klar gemacht werden.

Oftmals wird unterschätzt, dass Kinder laut sind, rumtoben, umherrennen und dasss dies für viele Hunde puren Streß bedeutet. Eine Rückzugsmöglichkeit muss für jeden Hund selbstverständlich sein. Kinder müssen lernen, dass der Vierbeiner Ruhe benötigt und genügend Schlaf braucht, in dieser Zeit darf er nicht gestört werden.

Natürlich möchten Kinder mit dem Hund spielen, aber es sollten artgerechte Spiele sein, die das Kind nicht als Beute für den Hund darstellen, sondern eine Beschäftigung ist, die beiden Seiten gerecht wird.

Nicht jeder Hund mag es, von allen Seiten gedrückt und geknuddelt zu werden. Auch dies kann man Kindern verständlich machen.

Es ist Aufgabe der Eltern, ihren Kindern Grenzen aufzuzeigen, dass ein Hund sich nicht alles gefallen lassen muss.

Auch wenn sich idealerweise Kind und Hund gut verstehen, darf man die beiden nie alleine lassen.  Man sollte nie vergessen, dass ein Hund immer ein Raubtier bleiben wird und in vielen Dingen nicht berechenbar ist

Die meisten Beißvorfälle entwickeln sich aus Situationen, die schon lange vorhersehbar waren. Die Hunde haben klar signalisiert, dass sie sich unwohl fühlen, gestresst sind, Angst haben, und es wurde nicht darauf geachtet. Im Gegenteil: Der Hund wurde bestraft, wenn er das Kind angeknurrt hat. Was bitteschön, soll der Hund machen, wenn kein Erwachsener ihn beschützt?

Ich habe in meiner langjährigen Tätigkeit als Verhaltenstherapeutin gelernt, dass wir meistens den Hund vor dem Kind schützen müssen und nicht umgekehrt!

Aber wenn Kinder lernen, wie sie mit einem Vierbeiner umgehen und spielen können, kann sich daraus eine lebenslange und wertvolle Freundschaft entwickeln.26166480_1704356712919413_2932490274971754707_n

Warum wieder ein schwerer Beißvorfall?

01_20180128_091821_resizedLeider ist es wieder zu einem schweren Beißvorfall, dieses Mal durch einen Rotttweiler gekommen.

In Eching, Bayern, wurden 2 spielende Kindern durch den Hund, zum Teil schwer verletzt.

Rottweiler sind in Bayern so genannte „Listenhunde“ der Kategorie zwei. Das heißt, dass sie ordnungsgemäß und unter Angabe der Rasse angemeldet werden müssen. Bis zum Alter von 18 Monaten gelten sie dann als „normale“ Hunde und dürfen ohne Auflagen geführt werden, anschließend müssen sie einem Sachverständigen für einen Wesenstest vorgestellt werden. Dieser kann dem Hund dann ein so genanntes Negativzeugnis ausstellen, mit dem er quasi als ungefährlich gilt. Besteht das Tier den Wesenstest nicht, werden entsprechende Auflagen wie Leinenpflicht oder Maulkorbzwang verhängt. Außerdem kann die Haltergenehmigung dann widerrufen werden.

Leider hat im Laufe der letzten Jahre der Rottweiler einen sehr schlechten Ruf erhalten. Aber stimmt das wirklich? Ist diese Rasse gefährlich?

Darauf kann ich nur mit einem klaren „NEIN“ antworten!! Der Rottweiler ist für mich einer der ehrlichsten und tollsten Hunde, die es gibt. Mit der richtigen Erziehung und einer ganz klaren Linie, die ja jeder Hund braucht,  findet er seinen Platz in der Familie und kann, wie auch andere Hunde, zu einem vollwertigen Familienmitglied heranwachsen.

Warum passieren dann immer wieder solche Unfälle?

Ich könnte jetzt unzählige Gründe aufführen,  aus meiner langjährigen Erfahrung als Trainerin und Verhaltenstherapeutin haben sich aber folgende Ursachen herauskristallisiert:

  • woher kommt der Hund? Von einem seriösen Züchter oder von einem sog. „Vermehrer“?
  • wie wurde der Hund sozialisiert bzw. wurde er überhaupt sozialisiert?
  • wie wird der Hund erzogen? Mit Gewalt, Leinenruck, Stachel- oder Kettenhalsband oder mit einer souveränen, klaren, liebevollen Linie?
  • wird mit dem Hund überhaupt gearbeitet?  Der Rottweiler will, wie übrigens jeder andere Hund, arbeiten! Ob Mantrailing, Fährtensuche, jede Form der Nasenarbeit, Longieren usw.  Stupides Gassigehen oder noch viel Schlimmer, Ballspielen lastet keinen Hund aus und er sucht sich eine andere Beschäftigungsmöglichkeit, die aber für uns Menschen und sein Umfeld weniger spassig werden kann.
  • wird mit dem Hund vielleicht auch zuviel gearbeitet und ist er überfordert?
  • bekommt er keine klaren Anweisungen und sucht sich  deshalb seinen eigenen Weg?
  • eine der Hauptursachen, die ich in meinen Therapiegruppen immer wieder feststellen kann, ist Unsicherheit und Streß.

Zum Thema Ballspielen: Ein Hund, dessen Hauptbeschäftigung Ballhinterherlaufen ist, lernt ganz schnell, dass bewegliche Objekte Beute sind.  Ob Ball oder Kinder oder Radfahrer/Jogger, das macht für einen Hund dann keinen Unterschied mehr.

In unseren Therapiegruppen, die speziell auf diese Thematiken zugeschnitten sind, erlebe ich immer wieder, dass den Hunden „gelernt“ wurde, dass Kinder, Radfahrer, Artgenossen usw. Feinde sind und angegriffen bzw. gejagt  werden müssen. Wie das? Darauf gibt es ein ganz einfaches Beispiel:  Hund sieht Radfahrer, geht knurrend oder kläffend nach vorne. Was macht der Besitzer: Er reisst den Hund zurück, dann wird „Aus, Pfui“ usw. gebrüllt. Was lernt der Hund? „Radfahrer sind blöd!!!“  Und geht beim nächsten Radler natürlich wieder nach vorne.

Deshalb würde auch der im Moment geforderte Leinenzwang für Hunde nichts bringen, denn erstmal muss der Hundehalter geschult werden.

Also verurteilt bitte nicht den Rottweiler, denn der Hund macht nur das, was wir ihm gelernt haben.

 

 

Urlaubsvorbereitung

Smartieslife

Was gibt es Schöneres, als die Vorfreude auf den Urlaub?

Wenn Land und Region, in die wir reisen wollen feststehen und die Unterkunft gefunden ist, wird es erst richtig spannend. Ich plane und fiebere jedem Urlaub ganz aufgeregt entgegen, auch wenn er noch so kurz ist.

Sinnvolle Vorbereitung

1. Regionale Gegebenheiten

Es ist hilfreich und spart im Zweifel jede Menge Ärger, wenn man sich im Vorfeld über Vorschriften und regionale Begebenheiten informiert:

Wo darf der Hund freilaufen und wo nicht?
Gibt es andere Dinge, die zu beachten sind (z.B. Maulkorbpflicht)
Sind die Sehenswürdigkeiten oder anderen Orte, die ihr besuchen wollt für Hunde erlaubt? Wenn nicht, wo kann der Hund bleiben, während ihr ohne ihn unterwegs seid?

Für uns gibt es im Urlaub mit Hund ehrlicherweise kein „ohne ihn“. Wenn wir mit Hund verreisen, dann unternehmen wir nur hundetaugliche Ausflüge. Das liegt auch daran, dass Smartie nicht gut darin ist, alleine…

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